27.11.2019 08:00

Düstere Wolken am Finanzhimmel

Der neue kantonale Finanzausgleich ist der Hauptgrund für das tiefrote Budget der Evangelisch‐ Reformierten Kirchgemeinde Olten, welche 13 Einwohnergemeinden und vier Pfarrkreise umfasst. Die Erfolgsrechnung sieht einen budgetierten Verlust von über 240‘000 Franken vor. Mit zahlreichen Massnahmen will der Kirchgemeinderat in den nächsten drei Jahren das strukturelle Defizit korrigieren.

Olten Trotz der miserablen Finanzaussichten beschloss die Kirchgemeindeversammlung der Evangelisch-Reformierten Kirchgemeinde Olten, für eine Teilsanierung der Kirche Hägendorf ein Kostendach von 500‘000 Franken (davon 50‘000 Franken Eigenleistungen) zu sprechen. Geplant sind die Ausgaben vor allem für den Ersatz des Dachs und der Fenster. Nach einer regen Diskussion, bei welcher Fragen zur Dringlichkeit und zu möglichen Subventionen erläutert wurden, stimmten die Mehrheit der 81 Stimmberechtigen im Kirchgemeindehaus Hägendorf dem Antrag zu. Ein weiterer Betrag von rund 45‘000 Franken wurde für Lärmschutzmassnahmen des Versammlungsraums in der Kirche Wangen gesprochen.

Ziel: eine schwarze Null

Kirchgemeindepräsident Peter Schweri zeigte sich über die Finanzlage tief betrübt und wies darauf hin, dass der Budgetfehlbetrag ziemlich genau der Kürzung des kantonalen Finanzausgleichs entspreche. Weil jedes Jahr über 100 Kirchenaustritte zu notieren seien, würden die Einnahmen in den nächsten Jahren voraussichtlich weiter schrumpfen. Aus diesem Grund hat der Kirchgemeinderat einen umfangreichen Sparkatalog zusammengestellt, welcher von Kirchgemeinderat Johan Post vorgestellt wurde. Ziel sei es, bis in drei Jahren wieder eine schwarze Null zu schreiben. Dafür müsse zum Teil massiv der Rotstift angesetzt werden und es kämen in den nächsten Monaten und Jahren sämtliche Ausgaben der Evangelisch‐Reformierten Kirchgemeinde – auch solche, die bisher als selbstverständlich angesehen wurden – ohne Tabus auf den Prüfstand.

Die Kirchgemeindeversammlung musste weiter darüber befinden, ob ein Postulat von Rolf Sommer (Olten) als dringlich zu erklären sei. Sommer forderte den Kirchgemeinderat auf, den Entscheid der Kirchenkommission Olten‐Stadt in Zusammenhang mit dem Einstellen des nächtlichen Stundenschlages der Friedenskirche nochmals zu prüfen und allenfalls umzustossen. Eine Mehrheit der Versammelten stellte sich gegen die Dringlichkeit des Postulats, womit das Anliegen auf die nächste Kirchgemeindeversammlung im Juni 2020 traktandiert wurde. Schliesslich hiess die Versammlung ein neues Reglement für Ausbildungsförderung gut.

pd