Bild: Kyleigh Pitcher
Eine spektakuläre Show ist garantiert, wenn Alice Cooper am 31. August in Aarburg auf der Bühne steht.
1/1 Bild: Kyleigh Pitcher Eine spektakuläre Show ist garantiert, wenn Alice Cooper am 31. August in Aarburg auf der Bühne steht.
07.08.2019 09:00

Der Schock-Rocker in Aarburg

Vom 30. August bis 1. September 2019 findet in Aarburg bereits die fünfte Ausgabe des Riverside Open-Air statt. Künstler wie Evanescence, Uriah Heep und Alice Cooper sorgen an den drei Tagen für ein musikalisches Feuerwerk.

Aarburg Wenn Alice Cooper am Samstag, 31. August, die Bühne in Aarburg betritt, verspricht die Show spektakulär zu werden. Wir haben mit dem Schock-Rocker über die anstehende Show gesprochen.

Alice Cooper, Sie kommen am 31. August für ein exklusives Konzert in die Schweiz. Konnten Sie unser Land schon einmal etwas entdecken oder werden Sie dies am 31. August nachholen?

Nun, wenn du auf Tour bist, hast du nicht wirklich Zeit, viel zu sehen, weil du normalerweise nachts da bist. Die nächste Nacht bist du dann bereits wieder in Italien, dann in Frankreich etc. Es sei denn, wir haben mal einen Tag frei. Aber wir waren schon sehr oft in der Schweiz, schliesslich touren wir seit 1971. Genf war immer ein Ort, an den wir gerne spielten. Ebenso auch Zürich. Mir gefällt die Schweiz zudem besonders, weil ich Uhren sammle. Ich war einst an einem Sonntag an einem Flohmarkt in Zürich, da gab es viele alte Uhren. Für mich war das wie Disneyland.

Sie tragen als Gast schon in verschiedenen Filmen – vorwiegend Horrorfilme – auf. Als Schock-Rocker liefern Sie provokante Songtexte, erschienen schon in Zwangsjacke auf der Bühne oder haben mit einer Guillotine schon eine Scheinenthauptung auf der Bühne dargestellt. Was fasziniert Sie an der Horrorszene? Was wollen Sie mit Ihren Shows bezwecken?

Ich denke Horror hat etwas sehr Interessantes. Horror und Komik liegen nahe beieinander. Ich denke, dass es für jeden Horrorfilm eine gewisse Albernheit gibt, über die man sich lustig machen kann. Wer Horror ernst nimmt, dem entgeht der Sinn. Es ist wie eine Achterbahnfahrt: Sie wissen, dass sie Ihnen Angst machen wird, aber Sie wissen auch, dass Sie die Bahn sicher zurückbringen wird. Wenn Sie aus der Achterbahn steigen, lachen Sie. So etwas macht ein Horrorfilm. Also mache ich Horror nicht nur um des Horrors willen. Ich mache das, weil zuallererst das Publikum einen Bösewicht verdient und es mir nichts ausmacht, den Bösewicht zu spielen, solange die Musik und die Show grossartig sind.

Privat sind Sie über 40 Jahre verheiratet und Vater dreier Kinder. Sie spielen Golf und lesen täglich in der Bibel. Wie wichtig ist es für Sie, Bühne und Privates zu trennen?

Es gab eine Zeit, in den 1970er-Jahren, in der ich getrunken und Drogen genommen habe. Ich wusste nicht, wo ich anfing und Alice endete. Es gab eine sehr graue Zone, in der ich nicht wusste, wer ich war. Als ich nüchtern wurde, wurde mir klar, dass die Figur Alice nur auf der Bühne stand. Wenn du Alice auf der Bühne siehst, ist er ein völlig anderer Charakter als die Person, die du am nächsten Tag auf der Strasse siehst.Ich spiele sozusagen Zorro oder Jack the Ripper. Sobald die Show aber vorbei ist, bin ich nicht mehr dieser Charaktere. Ich bin wahrscheinlich das genaue Gegenteil von ihnen.

Begleitet Sie Ihre Familie an das Konzert in die Schweiz?

Meine Frau Sheryl ist in der Show. Wir sind seit 43 Jahren verheiratet. Sie ist Ballettlehrerin und immer noch Tänzerin. Sie spielte auch viele dramatische Rollen – auch in meiner Show. Sie spielt die Krankenschwester, übrigens eine sehr verstörte Krankenschwester. Zudem tanzt sie in den Liveshows als Stoffpuppe Ballett. Sie wird während der Show zwei oder drei Rollen spielen. Meine älteste Tochter ist Autorin und Komikerin. Mein Sohn hat eine eigene Band und meine andere Tochter ist Maskenbildnerin. Alle drei sind also genauso im Showbusiness wie ich.

An der 90-minütigen Rockshow in Aarburg dürfen sich die Fans auf ein Spektakel mit schaurig-schönen Effekten und eimerweise Kunstblut freuen. Worauf freuen Sie sich selbst besonders?

Wir spielen immer alle Hits. Es gibt viele Bands, die da rausgehen und sagen: "Nun, wir werden heute keinen Hit mehr machen." Bei uns ist das anders – "School's Out", "Poison" und "No More Mr. Nice Guy" und viele weitere Hits werden gespielt. Wir haben 30 Alben mit Songs, welche wir in Aarburg spielen werden und von denen wir wissen, dass das Publikum entsprechend darauf reagieren wird. Mein Schlagzeuger wurde ausserdem gerade zum besten Schlagzeuger in Sachen Rock'n'Roll sowie meine Gitarristin, Nita Strauss, zur besten weibliche Gitarristin im Rock'n'Roll-Bereich gewählt. Meine Band ist voller Energie und darüber hinaus sind wir alle beste Freunde.

Interview: Chantal Siegenthaler

Verlosung

Wir verlosen 1x2 Dreitagespässe (Stehplätze) für das 5. Riverside Open-Air, welches vom 30. August bis 1. September 2019, neben dem Schwimmbad Aarburg stattfindet (inklusive Zutritt zum Festival Route 66 im Städtchen). Auf der Bühne stehen unter anderem Evanescence, Whitin Temptation, 77 Bombay Street, Uriah Heep, Krokus, Black Stone Cherry, Dee Snider u.v.m. Teilnahme unter www.noz.ch/verlosungen